Mitarbeiterperspektive

Über einen Nerd in medtech

Sich richtig tief in Technik hineindenken und verstehen, wie etwas funktioniert, das ist, was Nils Pickert antreibt. Seine Arbeit im Bereich robotergestützte Technologien hält genau diese Herausforderungen für ihn bereit, denn seine Aufgabe lautet schlicht: Dafür sorgen, dass alles läuft.
6 min
Veröffentlicht am May 18, 2021
Nils Pickert working in the test suite
Als Kind wollte Nils das Universum entdecken und keineswegs wie seine Eltern bei Siemens arbeiten. „In den 80er Jahren, als mein Vater bei Siemens gearbeitet hat, kam es mir vor wie ein bürokratischer Großkonzern. Ich konnte mir nicht vorstellen, dort einem langweiligen Bürojob nachzugehen."
"Außerdem wurde die Abteilung, in der mein Vater zu der Zeit arbeitete, sehr oft umorganisiert und auf mich als Kind hinterließ das keinen guten Eindruck“, erinnert er sich. Während Nils spricht, wandert sein Blick zum raumhohen Bücherregal, das bis zum Rand mit Büchern vollgestopft ist – Fantasy-Romane, Philosophie, Fachliteratur kreuz und quer. Der promovierte Physiker hat zu viele Interessensgebiete für ein ordentliches Sortiersystem. Als ihn vor knapp zehn Jahren ein Freund bezüglich einer Stelle bei Siemens Healthineers kontaktierte, hatte er anfangs Zweifel: Passe ich hier rein? Über ein Jahrzehnt später arbeitet Nils noch immer hier. Letztlich war es nicht nur seine Leidenschaft für Technik und seinen Beruf, die ihn überzeugten, sondern auch die Kolleg*innen, die viele seiner Interessen mit ihm teilen.
Nils Pickert

Nils Pickert Zitat

Nils Pickert at desk

Dampf steigt lautlos von seiner Kaffeetasse auf und treibt dabei eine kleine Miniaturdampfmaschine an. Nils beachtet sie nicht, ist längst versunken in seine Arbeit vor ihm am Computerbildschirm. 

Mit einem ungelösten Problem, einer neuen Fragestellung beginnt jedes seiner Projekte und das begeistert ihn: „Ich will Sachen durchdenken, verstehen, ausprobieren und so Technologie entwickeln, die Menschen unterstützt und weiterbringt."

Derzeit arbeitet er daran, die Kommunikation und Interaktion des Artis Angiographiesystems von Siemens Healthineers mit dem robotischen CorPath GRX System noch weiter zu verbessern. „Unsere Kunden, die Mediziner*innen, erklären uns, was ihnen bei ihrer Arbeit helfen würde und wir setzen es technisch um“. Passend zu seinem Lieblingsunternehmensprinzip „mehr zuhören, weniger reden“, übt er sich täglich im Perspektivenwechsel: „Die Arbeit der Ärzte bei Operationen ist hart. Mein Wunsch ist es, ihnen die bestmögliche technologische Unterstützung zu geben“. Mithilfe des CorPath GRX Systems, ist es Ärzt*innen beispielsweise möglich, Katheter und Führungsdrähte per Joystick aus dem Control Room heraus zu steuern. Damit können anstrengende und komplexe Eingriffe erleichtert werden.

Nils Pickert
Ob allein am Computer, mit Kolleg*innen in den Test-Suiten der Systeme oder während der Inbetriebnahme bei Kunden, Nils‘ Arbeit hat viele Gesichter. Er schreibt Pläne, probiert aus und ändert ab, bis das System reibungslos funktioniert. „Sei es Elektronik, sei es Mechanik, ich will einfach wissen, wie die Dinge funktionieren. Im Grunde gibt es hier bei Siemens Healthineers viele Kolleg*innen, die so ticken, auch wenn sie sich eventuell nicht direkt mit dem Begriff ‚Nerd‘ identifizieren würden“, erklärt er. Auch die Unternehmenskultur trage dazu bei, dass die Arbeit selbst an anstrengenden Tagen Spaß mache.
Nils and the Catalysts
„Die Kultur prägt das Miteinander und ist mir sehr wichtig. Deshalb bin ich ein Catalyst geworden und bringe Ideen und Ansätze in das weltweite Netzwerk ein, die mir persönlich weitergeholfen haben."

"Die Quellen sind ganz Verschiedene, mal komme ich inspiriert von einem Urlaub im Nerd Camp wieder und mal hat mich das Tüfteln an der Dampfbahn Fränkische Schweiz auf etwas gebracht.“

Nils Pickert with a colleague in the test suite

Nils Pickert, a nerd working in medtech

„Die meisten Menschen haben jemanden in der Familie, der bereits einmal einen Schlaganfall erlitten hat. Ein guter Freund von mir hatte vor einiger Zeit auch einen leichten Schlaganfall. Wäre dieser schwerer gewesen, hätte er mit dem Hubschrauber drei Stunden in das nächste Krankenhaus gebracht werden müssen. Und diese Zeitspanne kann Leben oder Tod bedeuten“, erklärt er. Glücklicherweise hat sein Freund keine bleibenden Schäden davongetragen, dennoch zeigt dieses Erlebnis für Nils, das eine flächendeckende Gesundheitsversorgung einschließlich der benötigten Medizintechnik längst keine Selbstverständlichkeit ist und bestärkt ihn in seiner Arbeit: „Man kann hier etwas bewirken, nicht nur als Arzt, sondern auch als Ingenieur.“
Nils Pickert