Vielfalt und Inklusion

Neurodiversität am Arbeitsplatz  

Für Jim Jacobson war es ein entscheidender Wendepunkt, als im Alter von 50 Jahren eine Autismus-Erkrankung bei ihm diagnostiziert wurde. Jetzt hat er nicht nur die Mittel und Wege gefunden, um seiner Arbeit gut nachgehen zu können, sondern hat auch die HANDS (Healthineers for Autism and Neuro-Diversity Support)-Mitarbeitergruppe mitgegründet, um ein Umfeld zu schaffen, in dem alle außergewöhnlichen Köpfe ihr Potenzial voll entfalten können.

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Veröffentlicht am March 31, 2021
Jim Jacobson, Cybersecurity officer, World Autism Day

Als Principal Cybersecurity Officer ist Jim Jacobson mit seinem Team für die Cybersecurity von Produkten, Services und Lösungen von Siemens Healthineers verantwortlich. 

Zu Beginn seiner Laufbahn als Cybersecurity-Experte hatte er allerdings immer wieder mit Problemen zu kämpfen, ohne zu wissen, dass er mit Herausforderungen umgehen muss, die andere nicht haben. Erst als im Alter von 50 Jahren eine Autismus-Erkrankung diagnostiziert wurde, fand er Mittel und Wege, um seiner Arbeit gut nachgehen zu können: „Ich habe gelernt, meine Interaktionen mit anderen Personen und bei beruflichen Aufgaben bewusst zu gestalten. So kann ich die Fähigkeiten kompensieren, die für neurotypische Kolleg*innen ganz normal sind“, erklärt er. Seine Diagnose war ein entscheidender Wendepunkt: „Endlich konnte ich meine Stärken nutzen und wusste, wo meine Schwächen lagen und wie ich sie kompensieren kann.“ 


Autismus ist eine neurologische Störung, die meist in der frühen Kindheit auftritt und ein Leben lang anhält. Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung zeigen typische Merkmale, Vorlieben und Verhaltensweisen. Es ist entscheidend, ihren Blick auf die Welt und ihre Leistungen zu verstehen, ohne sie selbst ändern zu wollen.

Empfehlungen für die Zusammenarbeit mit neurodiversen Kolleg*innen

Der Welt-Autismus-Tag ist von großer Bedeutung für Jacobson, denn er schärft das Bewusstsein für die Herausforderungen, mit denen autistische Menschen konfrontiert sein können.  

Eine dieser Herausforderungen kann es sein, einer relevanten und erfüllenden Tätigkeit nachgehen zu können. Zusammen mit einer Gruppe Kolleg*innen hat Jacobson im Dezember 2020 die HANDS (Healthineers for Autism and Neuro-Diversity Support)-Mitarbeitergruppe gegründet. Damit wollen sie einerseits die Aufmerksamkeit der Mitmenschen für diese Herausforderungen erhöhen und andererseits eine offene und sichere Arbeitsumgebung für außergewöhnliche Menschen schaffen: „Zum einen sind viel zu viele autistische Menschen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Und wir müssen Wege finden, sie besser ins Berufsleben zu bringen. Zum anderen benötigen neurodiverse Kolleg*innen ein Umfeld, in dem sie ihr Potenzial voll entfalten und zum Erfolg des Unternehmens beitragen können.“

Jim Jacobson Principle Cybersecurity Officer at Siemens Healthineers speaks about neurodiversity in the workplace

Healthineers for Autism and Neuro-Diversity Support

HANDS will eine offene und sichere Arbeitsumgebung für alle außergewöhnlichen Menschen schaffen, in der sie sich ohne Benachteiligung und Vorurteile in ihrer Diversität zeigen und entfalten können. Außerdem bieten die Mitglieder Personen Unterstützung, die mit neurodiversen Kolleg*innen zusammenarbeiten. „Es sind die diversen Persönlichkeiten, die Siemens Healthineers so besonders machen“, betont Jacobson. „Mit HANDS wollen wir erreichen, dass das Thema Neurodiversität ohne Scheu angesprochen, wertgeschätzt und in die Unternehmenskultur von Siemens Healthineers integriert wird.“

 

Für Jacobson hängt die Qualität eines Gesprächs nicht von der Lautstärke einer Stimme ab, sondern davon, neue Wege des Zuhörens und der Ideenfindung zu etablieren.


Jim Jacobson - Principle Cybersecurity Officer and executive sponsor of the HANDS ERG

Das macht für ihn eine inklusive Kultur aus: „Jede*r von uns bringt persönliche Erfahrung, einen eigenen Hintergrund und ganz eigene Sichtweisen mit. Diese Vielfalt bereichert unser Leben am Arbeitsplatz und die ganze Gesellschaft. Inklusion bedeutet, dass wir Diversität akzeptieren und wertschätzen. Dass wir eine Kultur entwickeln, in der Vielfalt besser repräsentiert und gefördert wird und an der jede*r in vollem Umfang teilhaben kann.“