Von Automaten und Robotern – eine Geschichte in Bildern 

Der Traum von Robotern, die Ärzten assistieren und die Medizin revolutionieren, ist nicht neu. Im Gegenteil er reicht erstaunlich weit zurück und erzählt von robotischen Schildkröten, Automaten und sprechenden Androiden.

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Hildegard Kaulen
Veröffentlicht am 27. April 2021

Seit 2000 Jahren hegen Menschen den Wunsch, Maschinen zu bauen, die uns ähneln. Dabei waren Automaten lange das Beste, was zeitgenössische Techniker hervorbringen konnten. Humanoide Roboter entstanden erst ab 1970. Zuvor waren sie nur eine Fiktion für Bühne und Film.

Die ersten Roboter wurden für die Industrie gebaut: Bewegliche Arme, die Aufgaben übernahmen, die für Menschen zu ermüdend, zu gefährlich oder gar unmöglich waren. Ende der 1990er Jahre kamen dann die ersten Operationsroboter hinzu. Sie ersetzen nicht den Arzt, sondern assistieren ihm. Dank künstlicher Intelligenz werden immer anspruchsvollere Anwendungen realisiert, die allerdings eine erstaunliche Akzeptanzlücke haben, den «Uncanny Valley»-Effekt. Ist ein humanoider Roboter zu realistisch, weckt er Unbehagen. Zu «natürlich» sollte unser technisches Alter Ego wohl doch nicht sein.
Mademoiselle Claire in 1912
1912 präsentierte Robert Herdner einen Automaten, der nach einer Krankenschwester benannt war. Mit Zahnrädern, Hebeln, Schnüren, Rücklaufketten und einer Feder als Antrieb händigte er chirurgische Instrumente aus.
Robots in industry

1961 installierte der Autohersteller General Motors den ersten beweglichen Roboterarm mit dem Namen Unimate. Das Bild zeigt einen Mann, der mit einem Roboterarm radioaktive Isotope abfüllt.

Robot turtle
1951 stellte W. Grey Walter eine Roboter-Schildkröte vor, die sich auf Licht zubewegte, floh, wenn es zu hell wurde und auswich, wenn sie auf ein Hindernis stieß. Realisiert wurde dies durch eine Photozelle, einen Berührungssensor und zwei Vakuumröhren.
Lumena

Lumena war ein transparenter, sprechender Roboter, der Medizinstudenten ab 1950 das Erlernen der weiblichen Anatomie erleichterte Für die detailgetreue Abbildung der Venen, Nerven und Organe waren 11 Kilometer Kabel verarbeitet worden. 

Robots are mortal too

Sim One war der erste androide Roboter für die Schulung von Anästhesisten. 1967 entwickelt, konnte er atmen, hatte einen Herzschlag, blinzelte, öffnete den Mund und reagierte auf Medikamente. Er starb sogar, wenn Ärzte einen Fehler machten.


Von Hildegard Kaulen
Hildegard Kaulen, PhD, ist Molekularbiologin. Nach Tätigkeiten an der Rockefeller University in New York und am Massachusetts General Hospital in Boston arbeitet sie heute als freie Wissenschaftsjournalistin für Zeitungen und Wissenschaftsmagazine.